«Pura Vida» in Costa Rica
Von Entlebuch nach Panama: Achter Reisebericht von Yvonne Vogel und Phil Hofstetter «Pura vida!» (pures Leben). Diesen Ausdruck hört man in Costa Rica ständig, ob aus dem Auto gerufen als Gruss, im Gespräch als Zeichen des Einverständnisses oder als Ausdruck des Gefallens. Gerade jetzt bedeutet er wohl so viel wie «tschüss und danke» und kommt aus dem Mund des Hotelbesitzers. Dieser hat wegen Überbuchung keinen Platz mehr und ist daher froh, uns beim Nachbarn untergebracht zu haben. Auch wir sind erleichtert, nach einer mühseligen und langen Reise endlich anzukommen.
Anreise mit Hindernissen
Reiche Natur Busfahrt über den Todeshügel Costa Rica ist im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern politisch stabil, gut entwickelt, wohlhabend und wird auch als die Schweiz Lateinamerikas bezeichnet.
Text und Bild Yvonne Vogel An der Landesgrenze wollte uns eine schlechtgelaunte und prinzipientreue Beamtin nicht einreisen lassen und unserer Busreise ein vorzeitiges Ende setzen. Sie verlangte neben dem Pass auch ein Ausreiseticket. Gut vorbereitet präsentierten wir ihr unseren Rückreisebeleg ab Panama. Dies war ihr jedoch nicht Beweis genug, dass wir das Land wieder verlassen werden.
So blieb uns nichts anderes übrig, als ein unnötiges AlibiBusbillett zu kaufen. Weiter ging die Reise, bis wir Stunden später irgendwo im Niemandsland ausserhalb der Stadt abgesetzt wurden. Fast schon bedauerten wir, den grossen Touristenströmen entflohen zu sein. Schliesslich teilte eine Fabrikarbeiterin eines der seltenen Taxis mit uns.
Von Entlebuch nach Panama
Yvonne Vogel und Phil Hofstetter sind während fünf Monaten auf Reisen. Dabei will das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von seiner Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurücklegen. In regelmässigen Abständen berichten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Ihre EMailAdresse lautet: philwhofstetter@gmail.com. Weitere Bilder sind auf der Reisehomepage www.yvonnevogel.philhofstetter. ch zu finden. [EA] Costa Rica ist etwas grösser als die Schweiz und fast ein Drittel seiner Fläche steht unter Naturschutz. Wir bestaunen die reiche Tierund Pflanzenwelt, welche durch die unteschiedlichen Klimazonen bedingt ist. Im Hochland treffen wir fast schweizerische Wetterverhältnisse an, nämlich Nebel, Regen und kühle 15 Grad Celsius. Dies ermöglicht Gemüseanbau und Milchwirtschaft. Auf einer malerischen Riverraftingtour hinunter in die Atlantikebene spüren wir den Gegensatz: Heisse Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit, wodurch Bananen, Ananas und andere tropische Pflanzen gedeihen.
Zurück auf die Pazifikseite fahren wir wieder im Bus, über den «Cerro de la Muerte». Der 3491 Meter hohe Pass hat seinen Namen nicht ohne Grund erhalten, immer wieder hat es Unfälle gegeben. Der Chauffeur weist uns eifrig auf jedes Kreuz am Wegrand hin. «In dieser Kurve sind 20 Menschen verunglückt!» – Sagt’s und lenkt den Bus einhändig um die Kurve, während er mit der anderen Hand ein paar Erdnüsse aus einem Säckli klaubt. Wir haben Glück, kommen gut am Ziel an und werden im Nationalpark Corcovado hoffentlich endlich auch die berühmten roten Papageien zu Gesicht bekommen – pura vida!

Auf einer Weide fast wie im Entlebuch.

Nach Überwindung des Cerro de la Muerte führt die Strasse an Bananenplantagen vorbei.

Früchte des Nierenbaums; der unterste Teil ist als Cashewnuss bekannt.