Auf der «Queen Mary 2»
Von Entlebuch nach Panama: Erster Reisebericht von Yvonne Vogel und Phil Hofstetter
Wer mit Zug, Bus und Schiff reist, lernt unterwegs nicht nur interessante Menschen kennen, sondern bekommt auch ein Gefühl für die überwundenen Distanzen. Doch kann man auch auf einer Amerikareise im Jahr 2015 auf das Flugzeug verzichten? Yvonne Vogel und Phil Hofstetter aus Entlebuch versuchen es auf ihrem Weg von Entlebuch nach Panama.
Text und Bild Phil Hofstetter
Die Generation unserer Grosseltern reiste noch auf imposanten Dampfern über den Atlantik. Diese Schiffe glichen in ihrer Blütezeit schwimmenden Palästen, wurden aber in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts vom schnelleren (und dafür unbequemeren) Flugzeug fast vollständig verdrängt. Nur noch die englische Firma Cunard bietet regelmässige Überfahrten zwischen Europa und den USA an. Deren «Queen Mary 2» ist nicht nur das längste, breiteste und höchste Passagierschiff der Welt, sondern auch der letzte «Oceanliner ».
Ein solches Schiff ist ganz anders gebaut als ein herkömmliches Kreuzfahrtschiff, muss es doch auch im Winter den rauhen Bedingungen des Nordatlantiks trotzen – und die Gäste sollen sich auf dem Schiff nicht langweilen, auch wenn während einer ganzen Woche kein Landgang möglich ist. Deshalb transportiert Cunards Flaggschiff höchstens 2600 Passagiere – auf einem Kreuzfahrtschiff dieser Grösse wären eher 6200 Gäste untergebracht!
Geruhsames Leben an Bord
Mit dem Zug reisten wir über Paris und durch den Eurotunnel in die traditionsreiche englische Hafenstadt Southampton. Dort schifften wir uns am 5. November ein, zusammen mit etwa 1500 Briten, 500 Amerikanern und ein paar hundert Passagieren aus aller Welt. Die britische Mehrheit prägt den Alltag an Bord: Man spielt Quiz im Pub, liest in der Bibliothek oder trifft sich um halb vier zum Nachmittagstee mit Gebäck. Die Atmosphäre ist ruhig und höflich, der Kaffee ungeniessbar und zum mehrgängigen Abendessen im glamourösen «Britannia Restaurant » erscheint man in Abendkleid und Anzug.
Unsere Überfahrt dauerte eine Woche und begann mit freundlichem Wetter. Am dritten und vierten Tag wurde der Seegang aber stärker und erste Plätze beim Abendessen blieben leer wegen seekranker Gäste. Doch auch als zwanzig Meter hohe Wellen schäumend an die Fenster des Restaurants klatschten, verzogen die Kellner keine Miene und trugen elegant einen köstlichen Gang nach dem anderen auf.
Ankunft in New York City
Früh am 12. November erreichten wir Amerika – wie im Flug war die Zeit auf dem Schiff vergangen! Die Freiheitsstatue und die berühmte Skyline von Von Entlebuch nach Panama
Yvonne Vogel und Phil Hofstetter sind während fünf Monaten auf Reisen. Dabei will das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von ihrer Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurücklegen. In regelmässigen Abständen berichten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Ihre E-Mail-Adresse lautet: philwhofstetter@gmail.com. [EA] Manhattan waren noch nächtlich beleuchtet, als die Crew unseren Ozeanriesen langsam über den Hudson River manövrierte.
Im Morgengrauen legte die «Queen Mary 2» an den Docks von Brooklyn an, während wir zum letzten Mal das gediegene englische Frühstück genossen.
Wenig später hatten wir schon wieder festen Boden unter den Füssen und machten uns auf zur nächsten U-Bahn Station. Nach der geruhsamen Überfahrt stürzen wir uns nun ins hektische Leben der amerikanischen Grossstädte – doch darüber mehr im nächsten Reisebericht...

Nachmittagstee an Bord: Yvonne Vogel wählt dazu etwas Gebäck.

Cunard-Werbung im Entlebucherhaus in Schüpfheim.

Cunards «Queen Mary 2» im Hafen von Brooklyn.

Yvonne Vogel und Phil Hofstetter.