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Wallfahren in Mexiko

Von Entlebuch nach Panama: Dritter Reisebericht von Yvonne Vogel und Phil Hofstetter

In den Dörfern und Städten Mexikos begegnet man dem katholischen Glauben auf Schritt und Tritt. Es gibt eine Vielzahl von wunderbaren Kirchen aus der spanischen Kolonialzeit, Busfahrer bekreuzigen sich vor Kreuzungen und Bettler, wenn sie eine Münze bekommen. Aber auch Bilder und Symbole zeugen von der Religiosität der Leute.

Text und Bild Phil Hofstetter

Besonders häufig sieht man die «Jungfrau von Guadalupe». Ob in Markthallen, Einkaufszentren oder auf bewachten Parkplätzen – praktisch überall entdeckt man einen kleinen Altar mit dem Marienbild.

Der Legende nach erschien im Jahr 1531 die Gottesmutter dem Indio Juan Diego und hinterliess ihr Bildnis auf seinem Mantel. Nach diesem Beweis wurde an der Stelle der Erscheinung eine Kapelle gebaut, innert weniger Jahre bekannten sich Millionen von Indios zum Christentum und «la Guadalupana » wurde zur Schutzpatronin Mexikos.

Gedenktag am 12. Dezember

Die Stelle der Erscheinung auf dem Berg Tepeyac ist heute Teil von Mexiko Stadt und jedes Jahr am 12. Dezember Ziel von Hunderttausenden Pilgern. Der Zufall will es, dass wir genau zu diesem Gedenktag in der mexikanischen Hauptstadt eintreffen. So machen auch wir uns auf, im Bus durch die verstopften Strassen. Spontan kommen wir mit unserem Sitznachbarn ins Gespräch: Ricardo ist aus Peru, Chemiker mit Fachgebiet Luftverschmutzung und wegen einer Konferenz in der Stadt. Auch er will sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und an einer der grössten Wallfahrten der Welt teilnehmen.

Schon bald kommt der Bus nicht mehr weiter. Zusammen mit Ricardo legen wir den letzten Kilometer zu Fuss zurück. Fliegende Rosenkranz- und Souvenirhändler, Musik- und Essensstände reihen sich links und rechts aneinander, während die Menschenmenge immer dichter wird. Endlich schaffen wir es auf den grossen Hauptplatz, sind Teil einer unermesslichen Menschenmenge und bestaunen die alte und die neue Basilika. Letztere stammt aus den 70er-Jahren und ist mit 40000 Plätzen eine der grössten Kirchen der Welt.

Volksfest vor der Basilika

Viele Pilger tragen ihre traditionellen Kleider und Trachten, sind von weit her zu Fuss gekommen. Oft schleppen sie Bilder oder Statuen der Muttergottes mit sich, einige besonders Demütige rutschen sogar auf Knien zur Kirche. Im Inneren wird ein Gottesdienst gefeiert, von dem kaum etwas zu hören ist: Auf dem Vorplatz wird nämlich musiziert, getrommelt und getanzt, als gäbe es kein Morgen.

Während wir staunen, hat sich Ricardo mit einem Händler auf einen Preis für mehrere geschnitzte Marienbilder Von Entlebuch nach Panama

Yvonne Vogel und Phil Hofstetter sind während fünf Monaten auf Reisen. Dabei will das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von ihrer Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurücklegen. In regelmässigen Abständen berichten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Ihre E-Mail-Adresse lautet: philwhofstetter@gmail.com. Weitere Bilder sind auf der Reisehomepage www.yvonnevogel.philhofstetter. ch zu finden. [EA] geeinigt. Wir folgen ihm, vorbei an Menschen, die vor Erschöpfung auf den harten Pflastersteinen eingeschlafen sind und Familien, die nach einer kalten Nacht im Freien ihre Wolldecken einrollen. Unser letztes Ziel an diesem Tag ist die Segnungs-Bühne, von der ein junger Priester die Devotionalien der Wallfahrer segnet – auf dass sie gut wieder nach Hause kommen. Einige Tropfen Weihwasser erreichen auch unsere Häupter und wir nehmen dies als Reisesegen mit.

Mexikaner tanzen in traditioneller Kleidung vor der Basilika in Mexiko Stadt.

Pilgerinnen bringen ihre Bilder der Jungfrau von Guadalupe nach Mexiko Stadt.

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