Auf dem Markt in Tepoztlán
Von Entlebuch nach Panama: Vierter Reisebericht von Yvonne Vogel und Phil Hofstetter
Was in Entlebuch noch einmal pro Jahr stattfindet, gehört in Mexiko zum Alltag: der Markt. Fast nie reichen die vorgesehenen Hallen für alle Händler und der Markt wird durch improvisierte Stände unter Blachen erweitert.
Text und Bild Yvonne Vogel
Auf dem Markt in Tepoztlán, einem Dorf nahe Cuernavaca, werden verschiedenste Waren angeboten. Nach Themen geordnet bietet sich ein farbenprächtiges Bild: geflochtene Körbe, Töpferwaren, Kleider, Spielsachen, Esswaren. Während uns die exotischen Früchte begeistern, sind Fleisch und Fisch für die Augen, aber vor allem für unsere Nasen doch eher eine Herausforderung. In der Ecke für Weihnachtsdekoration blinkt und glitzert es bunt. Einzig die Töpfe mit den roten Weihnachtssternen erinnern uns ein wenig an zu Hause. Die Pflanze wächst in dieser Gegend und jährlich werden Tausende nach Europa exportiert. Selbstverständlich darf auch hier der obligate Altar für die Jungfrau von Guadalupe nicht fehlen.
Naturheilkunde auf Mexikanisch
Heiler bieten auf dem Markt Arzneipflanzen und -früchte an. Gegen sämtliche Gebrechen und Leiden scheint ein Kraut gewachsen zu sein. Im Angebot sind zum Beispiel Mittel gegen Kopfschmerzen, Magen- und Darmprobleme aller Art, Impotenz und Haarausfall. Kuriert wird auf Wunsch auch direkt vor Ort. Ein Freund erzählt uns, dass seine Bekannte die an Gicht erkrankte Hand behandeln liess. Zuerst musste sie einige Zeit einen Heilstein in der Hand halten. Später wurde die Prozedur mit einer Spritze Schlangengift abgeschlossen! Die Behandlung war von Erfolg gekrönt und sie konnte ihre Hand wieder deutlich besser bewegen. Wir sind zwar beeindruckt, aber trotzdem froh, gesund zu sein und keine Behandlung nötig zu haben.
Marktköchin Rosa
Im Marktgeschehen mischen sich mexikanische Musik und die Stimmen der Händler, welche ihre Waren und Speisen anpreisen. Auch Rosa gehört zu ihnen. In klangvollem und kanonenschnellem Spanisch erklärt sie ihre angebotenen Köstlichkeiten. Obwohl wir nur die Hälfte verstehen, werden wir handelseinig. Wir setzen uns an die winzige Bar, welche direkt an Rosas Küche angebaut ist. Die ganze Einrichtung wirkt ein wenig improvisiert, eine Kunst, welche die Mexikaner hervorragend beherrschen. Die Küche muss nämlich mobil sein: Findet auf dem Platz ein Fest statt, als Nächstes die Fasnacht, muss Rosa ihr Geschäft abbauen. Solange der Platz aber den Köchinnen gehört, lassen wir es uns schmecken. «Quesadillas de flor de calabaza» tönt nicht nur melodiös, sondern mundet auch hervorragend.
Von Entlebuch nach Panama
Yvonne Vogel und Phil Hofstetter sind während fünf Monaten auf Reisen. Dabei will das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von seiner Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurücklegen. In regelmässigen Abständen berichten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Ihre E-Mail-Adresse lautet: philwhofstetter@gmail.com. Weitere Bilder sind auf der Reisehomepage www.yvonnevogel.philhofstetter. ch zu finden. [EA]

Mexikanerin beim Einkauf – hier wird gefeilscht.

Knackig geröstete Heuschrecken, eine lokale Spezialität.

Yvonne Vogel und Phil Hofstetter zu Gast bei Marktköchin Rosa.