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Zurück mit Containerfrachter

Von Entlebuch nach Panama: Letzter Reisebericht von Yvonnne Vogel und Phil Hofstetter

Am Ende ihrer Reise wählen Yvonne Vogel und Phil Hofstetter ein Frachtschiff, um von der Karibik gemächlich Richtung Heimat zu fahren.

Text und Bild Yvonne Hofstetter

Im Gegensatz zu früher ist es heute nicht mehr möglich, ohne die entsprechenden Ausbildungen auf einem Frachtschiff anzuheuern. Reisebüros bieten jedoch Fahrten in überzähligen Kabinen an. Diese Art, den Atlantik zu überqueren, ist teurer als ein Flug und dauert ein bis zwei Wochen.

Bananen für Europa

Trotz einer stolzen Länge von 225 Metern und einer Leistung von weit über 30 000 PS gehört die CMA CGM Pointe Marin zu den eher kleineren Frachtern. Uns erscheint sie riesig. Wir sind die einzigen Passagiere und werden in der Kajüte des Besitzers einquartiert, mit Wohn- und Schlafraum plus Bad. Die internationale Crew setzt sich aus dem Kapitän, sechs Offizieren und 14 Matrosen zusammen. Schon bald heisst es: «Leinen los!» Erst langsam, später mit der Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten (37 km/h) fahren wir aufs offene Meer hinaus. Die Ladung besteht aus einem Segelboot und etwa 2200 Containern, die meisten davon leer, da wir uns auf der Rückfahrt nach Europa befinden. Einzig alle Kühlcontainer sind randvoll mit Bananen beladen. Vielleicht ist die leichte Ladung der Grund, vielleicht hängt es mit der chinesischen Bauart zusammen – bei dieser Geschwindigkeit vibriert das ganze Schiff massiv. Die erhoffte Ruhe ist daher nur am Bug des Schiffes zu finden. Mit der Zeit gewöhnen wir uns etwas an die lärmige und vibrierende Umgebung. Die Crew, welche uns freundlich aufnimmt und all unsere Fragen geduldig beantwortet, trägt dazu bei, dass wir uns an Bord wohl fühlen.

Leben an Bord

Gleich am zweiten Abend gibt der energische ukrainische Kapitän Sergiy eine Party. Nach dem Verzehr von Bergen von Grilladen fliessen reichlich Bier und Brandy, die Stimmung ist ausgelassen. Bald beginnen einige philippinische Seeleute mit Karaokesingen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Kapitäns geben schliesslich auch wir ein Lied zum Besten – das Wort des Kapitäns ist an Bord nämlich Gesetz. Am folgenden Tag ist es sehr ruhig an Bord, was zumindest teilweise am starken Seegang liegen mag.

Wir schnappen etwas frische Meeresluft und treffen auf Deck Matrosen. Mit Schleifmaschine, Farbe und Pinsel ausgerüstet, bekämpfen sie den ständig am Schiff nagenden Rost. Nach neun Monaten Knochenarbeit weit weg von Familie und Freunden werden sie für drei Monate nach Hause fliegen, ein lang ersehnter Moment. Das lässt uns unser Glück erst recht schätzen. Nur unterbrochen durch die drei Mahlzeiten beschäftigen wir uns mit Besuchen auf der Brücke, Gesprächen mit den Seemännern, lesen oder einfach nur aufs Meer schauen und in Von Entlebuch nach Panama

Yvonne Vogel und Phil Hofstetter waren während fünf Monaten auf Reisen. Dabei legte das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von seiner Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurück. In regelmässigen Abständen berichteten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Dies ist der zehnte und letzte Reisebericht. Weitere Bilder sind auf der Reisehomepage www.yvonnevogel. philhofstetter.ch zu finden. [EA] Reiseerinnerungen schwelgen. Aber auch wir freuen uns darauf, bald nach Hause zurückzukehren!

Ungewohnt für Landratten: In einem Radius von über 1000 Kilometern nichts als Wasser.

Der zweite Ingenieur erklärt die Hauptmaschine: Ein Siebenzylinder-Zweitakter, der mit 80 Umdrehungen pro Minute läuft.

Die Zeit auf hoher See nutzen die Matrosen für den ewigen Kampf gegen den Rost.

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