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Tourismus als Nebeneinkunft

Von Entlebuch nach Panama: Sechster Reisebericht von Yvonne Vogel und Phil Hofstetter

Mit El Salvador bereisen Yvonne Vogel und Phil Hofstetter bereits das vierte Land, in dem eindrückliche Ruinen von der Hochkultur der Maya zeugen. Doch nicht nur diese Touristenattraktionen, auch das Volk der Maya existiert nach wie vor.

Text und Bild Yvonne Vogel

Unter der Eroberung durch die Spanier haben die Mayas sehr gelitten und sind auch heute noch in vielen Bereichen benachteiligt. Den Tourismus betrachten einige von ihnen als Gefahr für ihre Traditionen, andere sehen darin eine Chance.

Kakaobauer Eladio

Eladio zum Beispiel hat die Tore seines Grundstückes für Touristen geöffnet. Wie sehr er für sein Land lebt, spüren wir auf dem Gang durch seine Plantagen deutlich. Selbstbewusst und voller Enthusiasmus teilt er uns sein enormes Wissen über Pflanzen und seine Lebensweisheiten mit. Er sieht es als seine Pflicht, sicherzustellen, dass seine Frau täglich ihren Kakao trinkt. So bleibe sie gesund und stark. Es scheint zu funktionieren, hat sie ihm doch 15 Kinder geschenkt. Die Kakaopflanze ist für die Maya so wertvoll, dass diese früher als Zahlungsmittel Verwendung fand und heute noch im Heiratsgeschäft eine tragende Rolle spielt. Findet ein junger Mann nämlich Gefallen an einem Mädchen, überbringt er dessen Familie drei Mal Kakaobohnen. Beim dritten Mal wird die Antwort erwartet. Egal ob diese positiv oder negativ ausfällt, gemeinsam Kakao getrunken wird auf jeden Fall.

Wanderung durch die Kaffeehügel

Beeindruckt hat uns auch Carlos, welcher in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt. Ohne fliessendes Wasser und Strom bewohnt er zusammen mit seiner Grossfamilie eine kleine Hütte. Auf einer Wanderung zu versteckten Wasserfällen erfahren wir, dass er hauptsächlich auf Kaffeeplantagen arbeitet. Während der Erntezeit pflückt er einen Sack Kaffeebohnen pro Tag und erhält dafür umgerechnet vier Franken. Das Geschäft mit den Touristen ist deshalb ein willkommener Zusatzverdienst.

Fliegende Händlerin Magdalena

Wie so viele andere bietet Magdalena auf der Strasse ihre Waren an. Geschickt und charmant verwickelt sie uns in ein Gespräch und stellt uns ihr Söhnchen vor. Zu Hause arbeiten alle Familienmitglieder mit, um für das Auskommen zu sorgen. Jeden Tag nimmt sie zwei Stunden holprige Busfahrt auf sich, um ihre Handarbeiten an Touristen zu verkaufen. Vor ein paar Tagen hatte sie besonderes Glück. Strahlend erzählt die kleine Frau, dass eine dicke Amerikanerin gleich fünf Halsketten in Übergrösse verlangt habe. Diese Bestellung bescherte der gesamten Familie zwar eine Nachtschicht, lohnte sich aber finanziell. Mit uns hat sie nicht ganz so viel Geschäftsglück, aber nach dem interessanten Gespräch kaufen wir ihr schlussendlich doch noch ein Souvenir ab.

Von Entlebuch nach Panama

Yvonne Vogel und Phil Hofstetter sind während fünf Monaten auf Reisen. Dabei will das Ehepaar aus Entlebuch den Weg von seiner Heimatgemeinde bis nach Panama ohne Flugzeug zurücklegen. In regelmässigen Abständen berichten sie im Entlebucher Anzeiger über ihre Reise. Ihre E-Mail-Adresse lautet: philwhofstetter@gmail.com. Weitere Bilder sind auf der Reisehomepage www.yvonnevogel.philhofstetter. ch zu finden. [EA]

Magdalena und ihr nach dem Grossvater benannter Sohn Miguel Angel verhandeln mit Phil.

Mit der schweren Machete schnitzt Carlos im Nu einen Wanderstock.

Bauer Eladio mit einer reifen Kakaofrucht, deren Bohnen roh essbar sind.

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